MENU
Referenz

Reithalle Fohlenhof, Ebbs | Österreich

Der Fohlenhof in der Gemeinde Ebbs im Tiroler Unterland zählt weltweit zu den renommiertesten Haflinger Gestüten und gilt als Weltzentrum der Haflinger Zucht. 1947 wurde in der Nähe des Schloss Wagrain in Ebbs der Hengstaufzuchthof des Tiroler Zuchtverbandes errichtet. Nach mehreren Umbauten und Modernisierungen wurde 2019 das Projekt „Fohlenhof neu“ fertiggestellt. Aufgeteilt in 3 Bauphasen entstanden eine neue Reithalle, Stallungen, Verwaltungsflächen und Mitarbeiterwohnungen. Bei der Planung des gesamten Projektes wurde großer Wert auf optimale Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Vereinfachung der Betriebsabläufe gelegt.

© Jürgen Scharmer
Gesamtansciht © Jürgen Scharmer

FAKTEN

Projekt Neubau Reithalle, Mitarbeiterunterkunft und Bürogebäude
Ort Ebbs, Österreich
Errichtung 2019
Bauherr Haflinger Pferdezuchtverband
Architektur Richard Freisinger
Ausführung Holzbau Höck
Material Verwendung 114 m³ binderholz Brettsperrholz BBS, 330m³ Brettschichtholz BSH

Die Reithalle

Die neue Reithalle ist neben dem täglichen Reitbetrieb als Multifunktionshalle für diverse Veranstaltungen konzipiert und mit entsprechender Gebäudetechnik und den erforderlichen Fluchtwegen ausgestattet. Der Baukörper verdeckt die bestehende, steile Geländekante, nimmt durch eine zugeschaltete Rampe die Geländeneigung auf und und leitet die Besucher vom Haupteingang überdacht und behindertengerecht zum Zentrum des Fohlenhofes sowie zum Haupteingang der Reithalle. Mit 1.200 m² großen Reitfläche erfüllt diese internationalen Standards, eine rundumlaufende Holzbande trennt die Besucher vom Pferdebetrieb. Die Fassade wurde mit Holzlamellen ausgeführt, die als Sonnenschutz und Unterkonstruktion für die eingespannten, transparenten Windnetze dienen. Zudem verkürzen sie durch die vertikale Anordnung das Erscheinungsbild des großen Bauvolumens und können als Unterkonstruktion für den optionalen Tribünenausbau mit Kojen für Preisrichter genutzt werden. Der Blick vom Platz auf das Kaisergebirge und die Wallfahrtskirche St.Nikolaus bleibt durch das flache Pultdach erhalten.

Die 3 Bauphasen

In der ersten Bauphase wurde die Reithalle errichtet. Diese dient nicht nur für den Reit- und Kutschenfahrbetrieb, sondern auch unter anderem zur Unterbringung von Pferden genutzt werden. Außerdem können in der Halle mit nur wenigen Umbauten auch Veranstaltungen stattfinden. Die hierzu notwendige Infrastruktur wurde gleich mitinstalliert. Die zweite Bauphase beinhaltete die Neuerrichtung der Mitarbeiterunterkünfte. Dafür wurde das bestehende Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut, das Dach komplett erneuert und vier neue Mitarbeiterwohnungen errichtet. Das Erdgeschoss dient als Besprechungs- und Schulungsraum sowie als Eventbüro bei Großveranstaltungen. Die dritte und zugleich aufwendigste Bauphase umfasste die Neuerrichtung des Bürogebäudes, des Stallgebäudes samt Veterinärraum sowie der Neubau des Haflinger- und Kutschenmuseums. Im Obergeschoss der Stallungen entstand eine Isolierstation mit Platz für 20 Pferde, gedacht zur Unterbringung von Ausbildungs- und Gastpferden.

Durch die Anordnung der Neubauten entstand in der Mitte des Gestüts ein zentraler Vorplatz, der als Begegnungs- und Entspannungszone dienen soll. Ein Brunnen, Grünflächen und Bänke verleihen diesem Platz einen Parkcharakter mit Wohlfühlfaktor.

Konstruktion

Die Halle wurde als einhüftiges Rahmentragwerk konstruiert. Mit einem Abstand von 6 Metern wurden jeweils 2 Brettschichtholz Träger mit einer Länge von bis zu 29,5 Metern auf die Stützen montiert. Um den Anforderungen der Statik gerecht zu werden, hatten diese Träger eine Höhe von 1,48 m und wurden direkt aus dem Brettschichtholzwerk Jenbach auf die Baustelle geliefert. Zwischen den eingehängten Pfetten wurden die binderholz Brettsperrholz BBS Elemente angebracht. Die aus Holzlamellen gefertigte Fassade dient sowohl als Sonnenschutz als auch als Unterkonstruktion für die eingespannten, transparenten Windnetze. Zusätzlich verkürzen sie durch ihre vertikale Anordnung das Erscheinungsbild des großen Bauvolumens und können als Unterkonstruktion für den optionalen Tribünenausbau genutzt werden.

Das Museum

Das Museum wird als Attraktion zentral situiert und ist direkt oder über die Treppe vom Vorplatz zugänglich. Angedacht wird neben der Dauerausstellung eine multifunktionale Nutzung, z.B als Eventraum mit der Möglichkeit, das Dach auch als Aussichtsterrasse zu verwenden. Die Ausführung ist als Kaltraum geplant.

Fotos: © Jürgen Scharmer, © binderholz

Gesamtansciht © Jürgen Scharmer
Reithalle mit BSH-Träger und BBS-Elemente © Jürgen Scharmer
© binderholz
© binderholz
© binderholz
© binderholz
© binderholz
© binderholz

Service