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HTK Holztechnikum, Kuchl | Österreich

Fakten

Projekt Neubau Schule und
Kernsanierung
Ort Kuchl, Österreich
Errichtung 2017

Bauherr Holztechnikum Kuchl
Architektur Tom Lechner LP
Architektur ZT, Altenmarkt
Ausführung
Holzbau Appesbacher GmbH
Statik
Bauingenieure Lackner Egger ZT

Durch den Neubau und die Kernsanierung von Klassen-, Gruppen- und Funktionsräumen kommen die SchülerInnen nun täglich mit dem konstruktiven Holzbau in Berührung. Für beide Bauetappen wurden insgesamt 86 m³ Brettschichtholz und 660 m³ Brettsperrholz BBS verbaut. Die Errichtungskosten belaufen sich auf 9,8 Mio. €, wobei die Finanzierung durch Eigenmittel, den Fachverband und Fachgruppen der Holzindustrie Österreichs, das Land Salzburg und das Bundesministerium für Bildung und Frauen gewährleistet wurde.

 





Das Konzept

Das Holztechnikum in Kuchl bietet eine in Europa einzigartige Kombination aus Holz/Technik, Wirtschaft und Sprachen. Österreichs Holzindustrie sichert die Qualität in der Ausbildung, indem sie den Schulneubau mitfinanziert. Im Juli 2015 erfolgte der Baubeginn. Die erste Bauphase, der Neubau aus Brettsperrholz BBS Elementen, konnte im September 2016 abgeschlossen werden. Die zweite Bauphase, die Generalsanierung des Osttraktes in Holz, wurde im Frühjahr 2017 beendet.

Aufgrund der hochgedämmten Ausführung aller Außenbauteile konnte das Gebäude energieeffizient errichtet werden. Das Bauvorhaben konzentrierte sich vorerst auf den Nordtrakt des L-förmigen Gebäudes, um den laufenden Schulbetrieb weiterführen zu können.
Das Konzept für die neue Schule beinhaltet neben freien Bewegungsräumen, Gruppenarbeits- und Aufenthaltsräumen auch Platz für offene Unterrichtsformen für mehrere Klassen. Diese Klassen werden in einem räumlichen Verbund, Cluster, zusammengefasst. Die räumliche Infrastruktur soll einen möglichst flexiblen Wechsel zwischen verschiedenen Lernformen wie Einzelarbeit, Gruppenarbeit oder auch Frontalunterricht ermöglichen.

Grundrissplan mit dem Neubau und der Kernsanierung
Schnitt durch den Neubau des Brettsperrholz BBS Bauwerks

Statement des Architekten

„Holz gewinnt als Baumaterial stetig an Bedeutung und nicht zuletzt haben auch der Klimaschutz und die Ressourcenschonung im Bauwesen ein Umdenken hervorgerufen. Gleichzeitig machen heute technische Entwicklungen sowie computergestützte Fertigungsmethoden, ein hoher Vorfertigungsgrad und kurze Errichtungszeiten den Holzbau sehr attraktiv.“, berichtet Architekt Tom Lechner.

Die Umsetzung

Decken und Brettsperrholzwände wurden in den Unterrichtsräumen in Sichtqualität verwendet. Für eine optimale Raumakustik sorgen im Bereich der Decken Akustikpaneele und an den Wänden die mit Loden bespannten Pinnwände. Der überwiegende Teil der Einrichtung wurde von den SchülerInnen selbst in den Werkstätten gefertigt. Für den Fußboden wurden im gesamten Schulgebäude 3.700 m² massiver Eichenparkettboden verlegt. Durch die Installation zweier Grundwasser-Wärmepumpen kann die eingebaute Fußbodenheizung in den warmen Monaten gegebenenfalls auch als Kühlung verwendet werden.

Als Fassade wurde eine einerseits geschlossene, hinterlüftete Holzfassade sowie eine offene hinterlüftete Lamellenfassade aus Holz errichtet. Hier wurden 17,5 m³ Profilholz für die Fassadenlatten verwendet. Die großzügigen Glasfassaden der Klassen- und Büroräumlichkeiten wurden größtenteils mittels absturzsicherer Fixverglasung hergestellt. In den Klassenräumen gibt es zusätzlich Lüftungsflügel. Der Luftaustausch in den Clustern erfolgt mittels kontrollierter Lüftung. Die Lüftungsanlage wurde mit einem Wärmetauscher versehen, damit eine optimale Nutzung der Abwärme erreicht wird. Mit einem Heizwärmebedarf von 24 kWh/m²a erreicht der Schulneubau somit Niedrigstenergiestandard. Das Stiegenhaus ist mit freitragenden Holzmassivtrittstufen ausgeführt und man errichtete ein offenes Konzept mit Brandschutzschiebetüren, welche nur im Brandfall schließen.

Statement des HTK Präsidenten Wolfgang Hutter

„Beim Brand- und Lärmschutz wurden Verbesserungen bewirkt. Zudem ist Holz anderen Materialien in energetischer und ökologischer Hinsicht überlegen.“, begründet HTK-Präsident Wolfgang Hutter die Wahl des Baumaterials.

Fotos: © HTK Holztechnikum Kuchl, binderholz
Pläne: Tom Lechner LP Architektur ZT

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