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Freiburger Hof, Freiburg | Deutschland

Vorgeschichte

Projekt Aufstockung und
Dachsanierung
Ort Freiburg im Breisgau,
Deutschland
Errichtung 2013

BauherrIn

W&S Maschinenbau GmbH
Ausführung Holzbau
Steiger & Riesterer GmbH

Architektur Höfler + Stoll GbR
Statik
Göppert Bauingenieure

Der Freiburger Hof ist ein 1890 ursprünglich als Hotel errichtetes Geschäftshaus. Das historische Gebäude liegt zentral in der Freiburger Innenstadt und wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Zu massiven Zerstörungen kam es vor allem in der sogenannten Bombennacht vom 27. November 1944: Die historische Mansarddachkonstruktion und Teile des Gebäudes wurden getroffen und brannten aus. Der Wiederaufbau nach dem Krieg dauerte bis in die 1950er-Jahre hinein. In dieser Zeit wurde das Gebäude um ein viertes Obergeschoss erhöht und mit einem einfachen Satteldach abgeschlossen. Auch die Nutzung veränderte sich: In der Nachkriegszeit diente der Freiburger Hof zunächst als Wohn- und Geschäftshaus, heute wird das Gebäude ausschließlich gewerblich genutzt.

Um mehr Fläche für Büro- und Geschäftsräume zu schaffen, sollte das provisorische Satteldach entfernt und durch ein großzügiges Dachgeschoss ersetzt werden. Maßgeblich waren dabei die Vorgaben des Denkmalschutzes. So galt es insbesondere, die historische Fassade zu erhalten und für die Gebäudeaufstockung eine Dachkonstruktion zu entwerfen, die sich harmonisch in das Stadtbild einfügt.

Nachdem der Entwurf des Architekten vorlag, stellte sich die Frage nach der konstruktiven Umsetzung. In gemeinsamen Gesprächen zwischen Architekt, Statiker, Bauherr sowie dem zur Beratung hinzugezogenen Zimmereibetrieb fiel dann relativ schnell die Entscheidung, das gesamte Dachgeschoss in massiver Holzbauweise auszuführen.

Der Bauherr entschied sich, im Zuge der Dachaufstockung und -sanierung auch die zum Teil noch einfach verglasten Fenster in allen Geschossen komplett gegen Wärmedämmfenster austauschen zu lassen. Zeitgleich sollte die Spätrenaissance-Fassade erneuert werden; sie besteht aus Sandsteinelementen und verputztem Ziegelmauerwerk. Die Sandsteinelemente wurden saniert, komplett gestrichen und an den Ornamenten neu vergoldet.

Konstruktion

Das neue Dachgeschoss musste konstruktiv und statisch so geplant werden, dass es keine zusätzlichen Lasten auf das Gebäude abgibt. Zugleich sollte es auf Wunsch des Bauherrn in besonders nachhaltiger und ökologischer Bauweise ausgeführt werden. Im Zusammenspiel führten diese Vorgaben zu einer besonderen Konstruktion in massiver Holzbauweise. Die Dachform gleicht einem umgedrehten Schiffsbug, gefertigt aus binderholz Brettsperrholz BBS.

Die neue, freitragende Mansarddachkonstruktion erstreckt sich über eine Grundfläche von ca. 15 x 50 m. Errichtet wurde sie auf einer ebenfalls freitragenden BBS Decke, die auf den Bestand aufgelegt wurde. Dadurch konnten die zusätzlichen Lasten auf die Gebäudestruktur im wahrsten Sinne des Wortes im Rahmen gehalten werden. Mit Blick auf die Statik bewegen sie sich in einer rechnerisch zu vernachlässigenden Größenordnung.

Die 24 cm starken BBS Elemente sind für eine solche Konstruktion wie geschaffen. Zudem bieten sie einen erhöhten Wärmeschutz im Sommer und überzeugen durch ihre Schallschutzeigenschaften.
Vor allem aber ließ sich das Projekt durch den hohen Vorfertigungsgrad der Elemente in rekordverdächtiger Bauzeit realisieren: vom Abbruch des alten Satteldachs bis zum Bezug des neuen Dachgeschosses vergingen gerade mal sechs Monate!

Warum Massivholzbau?

Ausführung

Die Ausführung war eine Herausforderung. Die Holzbaufirma Steiger & Riesterer musste das Bauvorhaben bei laufendem Geschäftsbetrieb der im Freiburger Hof sowie in den umliegenden Gebäuden ansässigen Gewerbebetriebe realisieren. Zudem liegt das Gebäude an einer viel befahrenen Straße mit Straßenbahnverkehr. Die Anlieferung der Massivholzelemente und Materialien war daher nur einmal pro Tag möglich, im Zeitfenster kurz vor Beginn des Berufsverkehrs.

Als Schlüssel zum Erfolg erwies sich einmal mehr die technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Systemformats BBS 125. Diese zeigte sich sowohl im Abbund als auch bei der Lieferung. Die BBS-Elemente lassen sich dank ihrer statischen Tragfähigkeit problemlos zu einem über 15 m weit frei gespannten Dachtragwerk verbinden und ermöglichen einen verschnittoptimierten Materialeinsatz. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht der kleinformatigen BBS-Elemente. Denn enge Baustellensituationen wie beim Freiburger Hof schränken die Krangröße ein und damit auch das maximale Gewicht der Bauelemente.

Der Holzbaubetrieb Steiger & Riesterer liegt zudem nur wenige Kilometer vom Freiburger Hof entfernt und betreibt eine eigene Abbundanlage für den millimetergenauen Zuschnitt der BBS 125 Elemente. So war es möglich, die Elemente just in time zu fertigen und beim Arbeiten im Bestand die üblichen Plan- und Maßänderungen zu berücksichtigen. Angesichts dieser geballten Vorteile sprachen schnell alle Argumente für den Einsatz des flexiblen und wirtschaftlichen Systemformats BBS 125.

Die Umsetzung lief zügig und reibungslos. Die Holzbauer montierten das Dachtragwerk vor Ort auf zwei separaten Montagegerüsten. Dafür wurde im ersten Schritt jeweils ein Bauteil für das Steildach mit einem Bauteil für den flacheren Dachbereich verschraubt. Dieses halbe Dachelement legten die Zimmerleute anschließend auf ein zweites Gerüst und verschraubten es mit der spiegelbildlich vorgefertigten, zweiten Dachhälfte. Auf diese Weise entstand aus je zwei Dachsegmenten Abschnitt für Abschnitt die komplette Dachform.

Feedback des Bauherren

Wir haben eine ca. 600 m² große Dachfläche mit einer Aufstockung in Holz-Massivbauweise innerhalb von sechs Wochen bebaut. Das geht nur bei optimal abgestimmten Bauabläufen und unter Einsatz hochwertiger Materialien, die von zuverlässigen Herstellern just in time geliefert werden. Diese Voraussetzungen waren bei der Firma binderholz gegeben. Auch die Zusammenarbeit mit unserem Zimmereibetrieb vor Ort lief in enger Abstimmung völlig reibungslos und vereinfachte unsere Arbeit in der Bau- und Projektleitung maßgeblich. Dem Bauherrn war der Einsatz eines Materials wichtig, welches die nötige Statik gewährleistet und gleichzeitig wenig Gewicht auf das Bestandsgebäude bringt. Dass dies durch die Verwendung von massiven Brettsperrholzelementen mit einem nachwachsenden und natürlichen Material möglich war, hat den Bauherrn in seiner Entscheidung für Produkte von binderholz zusätzlich überzeugt.

Fotos: binderholz, Höfler & Stoll Architekten, Steiger & Riesterer GmbH, Ralf Killian / www.killian-fotografie.de

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