Bauphysik

BAUPHYSIK 28 Gründe, warum im Sommer fälschlicherweise auf Stoßlüftung verzichtet wird: • Annahme, dass man bei Passivhäusern nachts nicht lüften muss • Absturzgefahr in Kinderzimmern (max. Kippen der Fenster) • Reduzierte Lüftungswirkung durch Insektenschutzgitter • Haustiere (Fenster werden maximal gekippt) • Erdgeschoßwohnungen (Fenster werden aus Sicherheitsgründen maximal gekippt) • Einschränkung der Lüftungswirkung für die Wohnung durch geschlossene Innentüren • Umgebungslärm, vor allem in der Nacht Im Sommer sind die täglichen Schwankungen der Außenlufttempera- tur im Allgemeinen höher als im Winter. Hinzu kommt ein sehr hoher Temperaturunterschied an den Bauteiloberflächen infolge von Sonnen- einstrahlung. Maßnahmen zur Optimierung: • Wärmedämmung erhöhen. • Günstig auf die Innenraumtemperaturen wirken sich außen lie- gende Dämmschichten und innen liegende speicherfähige Mas- sen aus. • Wahl der Fenster: Die Wärmedurchlässigkeit von Fenstern hat nach neueren bauphysikalischen Untersuchungen einen wesent- lich größeren Einfluss auf die Innenraumtemperatur als die Wär- mespeicherfähigkeit der innen liegenden Massen. • Die Art des gewählten Dämmstoffes ist nicht von so entschei- dender Bedeutung. Vielmehr stehen die Dicke der ausgeführten Dämmstoffschicht sowie Materialart und Dicke der Bekleidung zum Innenraum im Vordergrund der Betrachtungen. • Richtiges Nutzerverhalten: Durch nächtliche Lüftung und geschlossene Fenster und Türen über Tag lässt sich das Raum- klima zusätzlich verbessern. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass der sommerliche Wärmeschutz nur bedingt mit der Speicherfähigkeit der Bauteile gleichgesetzt werden kann. Mit steigendem Wärme- schutzniveau sinken die Sommertemperaturen im Raum auf ein behagliches Maß. BBS Elemente wirken sich hier positiv aus, da BBS Wärme gleichzeitig gut dämmt und hervorragend speichert. Die Simu- lation eines Einfamilienhauses zeigt, dass bei zunehmendem Wärme- schutz die Temperaturüberschreitungen immer seltener und schwä- cher ausfallen. Auch gesammelte Erfahrungen von Bewohnern zeigen, dass die Behaglichkeit und das Raumklima in Holzgebäuden auch im Sommer durchwegs positiv beurteilt werden. Feuchtigkeitsregulierung Holz als natürlicher und nachwachsender Rohstoff hat viele positive bauphysikalische Eigenschaften. Eine ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben zu können. Damit wirkt BBS dämp- fend auf Spitzenwerte der Raumluftfeuchte (siehe Abbildung 15). 1 m³ BBS speichert bei einer Raumlufttemperatur von 20°C und einer rela- tiven Luftfeuchte von 55 % rund 43 Liter Wasser. Ändert sich die rela- tive Luftfeuchte von 55 % auf 65 %, so nimmt 1 m³ BBS rund 7 Liter Wasser von der Raumluft auf. Abbildung 15 – Sorptionsverhalten unterschiedlicher Baustoffe SORPTIONSEIGENSCHAFTEN BBS Zementmörtel Luftfeuchte (%) 0 20 40 60 80 100 Beton Ziegel 35 30 25 20 15 10 5 0 Massebezogener Wassergehalt (%) -65 -12

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