MENU
REFERENZ

Wohnhaus- Quartier WIR Weissensee, Berlin | Deutschland

Im Berliner Stadtteil Weißensee entsteht ein sozial gemischtes Quartier WIR. Die 113 Wohnungen- von genossenschaftlichem Wohnen über betreutes Wohnen und Mietwohnungen bis hin zu Eigentumswohnungen – werden von den Berliner Architekten Deimel Oelschläger geplant. Gebaut wird vorwiegend mit Holz: Mit rund 12.000 m² Nutzfläche ist das Stadtquartier derzeit Deutschlands größtes Holzbauprojekt. Ein rund 7.200 Quadratmeter großes Grundstück wird so zum Zuhause von Menschen in völlig unterschiedlichen Phasen ihres Lebens. Mit dem „Quartier Wir“ nisten sich fünf Baukörper aus Holz genau dort ein, wo vorher Baumbestand war.

FAKTEN

Projekt Wohnhaus - Neubau Stadtquartier
Ort Berlin, Deutschland
Fertigstellung Dezember 2019
Architekten Christoph Deimel, Iris Oelschläger
Bauherr UTB Construction & Development GmbH
Holzbauer Unternehmensgruppe Terhalle
Verwendung 3.145 m³ binderholz Brettsperrholz BBS

Alle Gebäude im Quartier sind in Mischbauweise erstellt. Treppenhauskerne und Keller sind aus Beton, Außenwände und Decken der Wohnbereiche werden aus Holzbauteilen gebaut. Holz bringt ein angenehmes Raumklima. Ressourcen schonen und Energie sparen - das sind die weiteren Prämissen, die der Planung zu Grunde liegen. Durch die Konstruktion in Massivholz, das Fassadensystem als Holztafelbauweise mit Zellulosefüllung und einer Lüftungslage.
Die Gebäude werden in Mischbauweise erstellt. Aussteifende Treppenhauskerne und Keller sind aus Beton, Geschossdecken und Außenwände der Wohn- und Gemeinschaftsbereiche werden in Holzbauweise erstellt. Um die Vielzahl der unterschiedlichen Wohn- und Nutzungsformen zu realisieren, wurde für alles Gebäude eine einheitliche Tragstruktur als Stützsystem mit Deckplatten in Massivholz gewählt sowie vorgefertigte Holz Fassadentafeln mit Zellulosefüllung. Diese Holz-Modulbauweise, die Standardisierung auf drei Gebäudetypen mit gleichbleibender Erschließung Systematik und er Ausbau mit Leichtbauwänden ermöglichen eine hohe Flexibilität der Nutzungen. Auch spätere eventuelle Nutzungsänderungen können so unkompliziert angepasst werden.

Nicht zuletzt angesichts dieser ambitionierten Rahmenbedingungen verstand es sich für die Architekten von selbst, Gebäude mit hohen Nachhaltigkeitsstandards zu planen. Zum einen platzierten sie die im KfW-40-Standard realisierten Baukörper so auf dem Grundstück, dass ein mit der Umgebung vernetztes Quartier mit fein abgestuften öffentlichen und privaten Außenräumen entsteht. Zum anderen entschieden sie sich für eine Tragkonstruktion sowie nichttragende Außenwände aus Holz - ein natürlicher Baustoff und CO2-Speicher mit ausgezeichneten baubiologischen und bauphysikalischen Eigenschaften. Als Tragsystem wählten sie eine Skelettkonstruktion aus Brettschichtholz-Stützen und -Unterzügen sowie Brettsperrholz-Decken, während die Außenwände aus komplett mit Fenstern und Zellulosedämmung vorgefertigten Holzrahmenelementen bestehen. Letztere wurden von Terhalle Holzbau GmbH gefertigt und nach der Montage innen mit Gipskarton bekleidet und außen verputzt. Wesentlicher Vorteil der Skelettbauweise mit Leichtbauwänden zwischen Wohnungen und Zimmern ist die extrem hohe Flexibilität in der Grundrissgestaltung – eine solche Flexibilität war unerlässlich, um Wohnungstypen mit teilweise völlig verschiedenen Raumaufteilungen übereinander anordnen zu können.

Bauteile aus Fichtenholz und BauBuche

Wie das Tragwerkssystem sind auch sämtliche Anschlussdetails standardisiert und somit prinzipiell für Fichten- und BauBuche-Elemente anwendbar. Diesem pragmatischen Konstruktionsansatz folgend, ließen sich Bauteile aus Fichtenholz und BauBuche problemlos kombinieren, wenn es die Lastverhältnisse erlaubten. Die Befestigung der geschlitzten Unterzüge an der Treppenhauswand erfolgte mithilfe einer einbetonierten Stahlplatte mit angeschweißtem Stahlschwert sowie Stabdübeln. Im Bereich der Stützen sorgen flächenbündig in den Stützenkopf und -fuß eingelassene Stahlplatten sowie vertikale, in vorgebohrten Löchern in den Unterzug eingeführte Stabdübel für die Lastdurchleitung der vertikalen Kräfte von Stütze zu Stütze. Dank der konsequent nicht sichtbaren Verbindungsmittel wird die Raumatmosphäre maßgeblich von Holzoberflächen geprägt.

Ressourcen schönen und Energie sparen

Das sind die weiteren Prämissen, die der Planung zu Grunde liegen. Durch die Konstruktion in Massivholz, das Fassadensystem als Holztafelbauweise mit Zellulosefüllung und einer Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung erreichen die Gebäude den KfW-40-Standard - d.h. sie verbrauchen 60 % weniger Energie als ein vergleichbarer Neubau. Dazu die Architekten: „Nachhaltiges Bauen bedeutet für uns die Entwicklung von Konzepten, die sowohl ökologisch als auch sozial auf Dauer tragfähig sind.“ Auch wirtschaftlich hat die Bauweise mit Holz viele Vorzüge. Durch die Standardisierung von Haustypen, Stützraster und Fassadenelementen wird eine Einsparung von Baukosten wie in der Bauzeit erreicht.

Service