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Wohnbau Wagramer Strasse, Wien | Österreich

Vorgeschichte

Projekt Wohnanlage
Standort
Wien, Österreich
Jahr der Errichtung
2013

Bauherr
Familie, Gemeinnützige Wohn- und
Siedlungsgenossenschaft, Reg.Gen.m.b.H, Wien
Ausführung Holzbau

Aichinger Hoch,- Tief, - und Holzbau
GmbH & Co Nfg GK, Regau
Architektur

Schluder Architektur
Hagmüller Architekten 
Statik
RWT Plus ZT GmbH

Im Jahr 2009 rief die Stadt Wien den Bauträgerwettbewerb „Holzbau in der Stadt“ ins Leben. Es sollten geförderte Wohnungen in Holzbauweise entstehen. Damit legte die Stadt den Grundstein für den bis dato höchsten Holzbau in Österreich.

Vorangegangen waren in den Jahren 2001 bis 2008 zukunftsweisende Neuerungen in der Bauordnung, die Holz als geeignetes Baumaterial für mehrgeschossige Wohnbauten anerkennen. Diese Neuerungen machten es möglich, den ersten 7-geschossigen Holzwohnbau der Gebäudeklasse 5 zu planen und schließlich umzusetzen.

Nach rund sechs Wochen intensiver Planung präsentierten die Architekturbüros Schulder und Hagmüller ein wettbewerbsfähiges Gesamtkonzept für eine Anlage mit insgesamt 101 geförderten Wohnungen. Das Konzept reichte vom Entwurf über die technische Detailplanung bis hin zur Baukostenermittlung und überzeugte die Jury des Bauträgerwettbewerbs auf Anhieb. Wie richtig die Entscheidung für dieses Konzept war, zeigte sich nach seiner erfolgreichen Umsetzung und dem Bezug aller Wohnungen. Die Bewohner der Anlage waren und sind von der hohen Qualität und Behaglichkeit des Holzwohnbaus durchgehend begeistert.

Projektbeschreibung

Die Lage des Objekts hatte maßgeblichen Einfluss auf die Gebäudeaufteilung. So steht das 7-geschossige Wohngebäude (Bauteil A, Architekturbüro Schulder) heute parallel zur stark befahrenen Wagramer Staße und schirmt die drei dahinter liegenden, 3-geschossigen Gebäuderiegel (Bauteil B, Architekturbüro Hagmüller) wie eine Lärmschutzwand ab. Beide Bauteile sind durch überdachte Laubengänge miteinander verbunden.

Die 3-geschossigen Wohnriegel im Bauteil B ließen sich dank vergleichsweise geringer Deckenspannweiten und der stabilen Tragkonstruktion aus binderholz Brettsperrholz BBS zur Gänze in massiver Holzbauweise errichten. Die harmonischen Oberflächen der Holzfassade schaffen einen sanften Übergang zum angrenzenden Einfamilienhausareal.

Das 7-geschossige Hauptobjekt wurde dagegen in Holzmischbauweise errichtet.
 Für dieses Gebäude gelten erhöhte Brandschutzanforderungen (Gebäudeklasse 5), die sich mit BBS Elementen in unterschiedlichen Ausführungen erfüllen ließen. Um der vorgeschriebenen Kapselung gerecht zu werden, hat binderholz in Kooperation mit der Firma Saint Gobain Rigips Austria sämtliche Wand-, Decken- und Dachsysteme definiert und die bauphysikalisch relevanten Kennwerte jedes einzelnen Systems geprüft. Dazu gehören etwa die Werte für den Brand- und Schallschutz. Von dieser Grundlagenarbeit profitieren Architekten und Planer heute in Form des binderholz Handbuch Massivholzbau. Darin sind eine Vielzahl der geprüften Konstruktionsaufbauten umfassend und mit allen relevanten Kennzahlen beschrieben.

Tragende Wohnungstrennwände sowie nichttragende Außenwandelemente aus BBS ließen einen hohen Grad der Vorfertigung zu. Die Decken haben eine Spannweite von 6,25 m und wurden mit BBS-Beton-Verbundelementen ausgeführt. Lediglich für die drei Treppenhauskerne kamen ausschließlich Betonelemente zum Einsatz. Diese steifen das Gebäude zusätzlich aus und bilden zugleich die vorgeschriebenen Brandschutzzonen.

Die Umsetzung

Die Holzbauarbeiten für den gesamten Gebäudekomplex führte die Firma Aichinger Hoch-, Tief- und Holzbau in nur fünf Monaten Bauzeit aus. Der Schlüssel dazu waren ein optimaler Materialeinsatz und der sehr hohe Vorfertigungsgrad durch die Kombination von BBS XL Elementen (Großformat) im Wandbereich mit BBS 125 Elementen (Systemformat) im Deckenbereich. So sind in kürzester Zeit insgesamt 8.440 m² Wohnnutzfläche und 800 m² Gemeinschaftsfläche entstanden. Zum Einsatz kamen dafür ca. 19.400 m² BBS. Dies entspricht einem Volumen von rund 2.400 m³.

Jede der 71 Wohneinheiten im Bauteil A und der 10 Wohneinheiten je Bauteil B verfügt über einen privaten Außenraum - entweder in Form eines Balkons oder einer Terrasse.

Fazit

Ohne aufwendige Sonderanfertigungen ist - dank optimierter Detaillösungen und des durchdachten Zusammenspiels diverser Baustoffe - ein qualitativ hochwertiges und ökonomisch sowie ökologisch wertvolles Objekt zu moderaten Gesamtkosten entstanden. Die Funktionalität der Gebäude und das wirksame Schallschutzkonzept haben die Bewohner inzwischen wiederholt bestätigt und positiv hervorgehoben.

Fotos: Franz Pfluegl, RWT, Schluder

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