Landwirtschaftliche Fachschule Winklhof, Oberalm | Österreich
In Oberalm wurde ein Werkstättengebäude, ein Pferdestall samt Reithalle sowie ein Reitplatz und eine Führanlage errichtet. Die Neubauten der traditionsreichen Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof wurden mit 550 m³ binderholz Brettsperrholz BBS und 500 m² binderholz 3-Schicht-Massivholzplatten realisiert.
FAKTEN
Projekt Neubau Landwirtschaftliche Fachschule
Ort Oberalm, Salzburg, Österreich
Fertigstellung Februar 2025
Bauherr Amt der Salzburger Landesregierung
Architektur PLOV Architekten ZT GmbH
Holzbauunternehmen HOLZFORM Holzbau GmbH
Tragwerksplanung Petz ZT
Materialverwendung 550 m³ binderholz Brettsperrholz BBS, 500 m² binderholz 3-Schicht-Massivholzplatten
Die Neuerrichtung der Werkstätten für Holz-, Metall- und Landtechnik sowie der bestehende Pferdebetrieb führen zu einer Neustrukturierung des gesamten Areals. Dadurch rückt das Schloss Winkl als zentraler Mittelpunkt der Schule in den Fokus, während sich die Neubauten in einen nördlichen und südlichen Bereich gliedern. Dies trägt wesentlich dazu bei, die Qualität des Lehrbetriebs weiter zu erhöhen.
Die Werkstätten und der Pferdebetrieb wurden als einstöckige Höfe gebaut. Durch die einheitliche Dachhöhe und die klare Ausrichtung bilden die Gebäude ein harmonisches Gesamtbild. Ergänzt wird die Anlage durch neu angepflanzte Obstwiesen und großzügige Freibereiche für die Tiere. Die Ställe sind so dimensioniert und strukturiert, dass Unterricht, Pflege und Alltag problemlos ineinandergreifen. Zentral platzierte Lehrerbüros ermöglichen eine optimale Übersicht über alle Arbeitsbereiche. Die Technik- und Nebenräume befinden sich gebündelt im Zentrum des Werkstättentraktes.
Innovative Materialverwendung und Konstruktion
Tropische Harthölzer, im Pferdebau oft Standard, wurden bewusst durch heimische Alternativen ersetzt, um die Umweltbilanz und regionale Verfügbarkeit zu fördern. Das Tragwerk der Halle besteht aus Brettschichtholzträgern, die gleichzeitig als prägendes Gestaltungselement der Reithalle wirken. Stall und Werkstätten sind als Holzskelettbau aus Stützen und Brettschichtträgern konzipiert.
Um die natürliche Optik und die regulierenden Eigenschaften des Holzes zu nutzen, bleibt die gesamte Konstruktion innen wie außen sichtbar. Durch den Einsatz von binderholz Brettsperrholz BBS profitiert das Projekt von einer massiven Bauweise, die Schallschutz, Brandsicherheit und eine natürliche Feuchteregulierung vereint. An den Außenwänden des Werkstättengebäudes kommt zudem die binderholz Massivholz Ausbauplatte aus Fichte mit Keil-Nut-Feder Verbindung zum Einsatz. Sie bietet die besten Voraussetzungen für eine hochwertige und leichte Weiterverarbeitung und wird allen optischen und technischen Anforderungen gerecht.
Umlaufende Vordächer sorgen für einen natürlichen Wetterschutz der vertikalen Bauteile. Beton wurde nur dort verwendet, wo es technisch zwingend erforderlich war, wie etwa bei Bodenplatten, Lagerflächen oder Sockeln.
Ein hohes Augenmerk wurde auf eine sparsame und ökologische Umsetzung gelegt. Eine einfache, effiziente Haustechnik trifft auf ökologische Gründächer, die das Mikroklima regulieren. Die Nutzung von Sonnenenergie durch großflächige PV-Anlagen rundet das umweltfreundliche Energiekonzept ab. Auf eine aufwendige Kühlung oder komplexe Gebäudetechnik wurde bewusst verzichtet. Die Reitplatzentwässerung erfolgt über ein Ebbe-Flut-System mit eigenem Sickerbecken. Natürliche Belüftung, eine angenehme Raumakustik und großzügige Tageslichtöffnungen schaffen ein lernförderndes Raumklima.
Das Projekt ist ein beispielhafter Beitrag für zukunftsorientierte Bildungsbauten weit über den landwirtschaftlichen Kontext hinaus - ganz im Sinne einer zirkulären Bauweise.
Fotos: © EMILBLAU / Martin Geyer © binderholz
Pläne: © PLOV Architekten ZT GmbH