CO2 Bilanz über den Lebenszyklus eines Holzgebäudes
Phase 1 - Produktionskette: vom Baum zum Produkt
Während der gesamten Produktion, welche die Ernte der Bäume, die Herstellung, Bearbeitung der Produkte (Sägen, Oberflächenbearbeitung, Zusammenbau etc.) sowie den Transport zur Baustelle und die Montage mit einschließt, ist der Energieaufwand (die sogenannte „graue Energie“) weitaus geringer als bei anderen Bauweisen.
Phase 2 - Nutzung
Während der Nutzung spielen der Energieverbrauch, die Wartung und Instandhaltung eines Gebäudes die wesentliche Rolle. Im Wärmeschutz liegen Holzhäuser auf höchstem Niveau. Holz beinhaltet von Natur aus luftgefüllte Zellen, wodurch Wärme und Kälte deutlich geringer geleitet werden als bei anderen Baustoffen. Im Winter dringt die Kälte nicht ein, im Sommer bleibt die Wärme draußen. Holzhäuser erreichen selbst in Standardbauweise mühelos die gesetzlich geforderten Verbrauchswerte. Mit ausreichenden Dämmschichten werden Passiv- und 3-Liter-Bauweise beim Holzhaus leicht verwirklicht. Der niedrige Restenergiebedarf ermöglicht eine entsprechend gering dimensionierte Heizanlage. Gemäß ÖNORM B 2320 kann für sachgerecht ausgeführte Holzhäuser eine Nutzungsdauervon mindestens 100 Jahren erwartet werden.
Phase 3 - Recycling
In jedem Stück verbauten Holz ist CO2 als Kohlenstoff gebunden und gelangt solange nicht in die Atmosphäre, bis das Holz im letzten Recyclingschritt thermisch verwertet wird. Ein Holzhaus, das nach der Nutzung demontiert wird, hinterlässt keinen unverwertbaren Schutt, sondern nutzbares Holz. Einzelne Bauteile oder Elemente können wiederverwendet werden, Restholz wird einer energetischen Nutzung zugeführt. Bei der Verbrennung wird nur jene Menge an CO2 frei, die im Holz gebunden war. Der natürliche Kohlenstoffkreislauf schließt sich.
Ökologisch, sozial, wirtschaftlich
Die Vorteile einer energiesparenden Bauweise liegen klar auf der Hand. Auf der einen Seite werden Umwelt und Klima geschützt, auf der anderen Seite kann man während der Nutzung Geld sparen. Mann kann also generell zwischen zwei Arten des Energiesparens im Bauwesen unterscheiden. Erstens im Bereich der Errichtung eines Gebäudes – das beginnt beim Rohstoff und geht über die „graue Energie“, die zur Herstellung und zum Transport von Baumaterialien benötigt wird, bis zur Bauweise, der Planung, dem Platzbedarf und damit auch bis zur versiegelten Fläche, die ein Haus beansprucht. Zweitens während des Betriebs und der Erhaltung eines Gebäudes, also Heiz- und Kühlenergiebedarf, Strombedarf, Wartungsaufwand, Langlebigkeit und Funktionalität. Energiesparend zu bauen bezieht sich nicht nur auf die Auswahl des Baumaterials. Wichtiger sind die richtige Planung und eine intensive Auseinandersetzung mit den gegebenen Voraussetzungen. Dabei spricht vieles dafür, Holz als Baumaterial zu verwenden. Es ist als heimische Ressource in ausreichender Menge vorhanden und wächst „von selbst“ nach. Kein anderer Rohstoff benötigt für seine Produktion weniger Energie. Das setzt sich in der Lagerungund Verarbeitung fort. Natürlich wird bei der Holzverarbeitung Strom verbraucht, die Gesamtenergiebilanz bei der Erzeugung von Bauholz ist jedoch wesentlich niedriger als bei anderen Baustoffen. Auch beim Transport kommt Holz mit weniger Energie aus. Holz ist im Vergleich zu seiner Tragfähigkeit sehr leicht. Dies bringt enorme Vorteile beim Transport – Holz wiegt nur ein Fünftel von Stahlbeton.




