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Wohnen im Park, Mondsee | Österreich

Fakten

Projekt Mehrfamilienhaus in
Massivholzbauweise
Ort Mondsee, Österreich
Errichtung 2016

Bauherr Wohnzone GmbH
Architektur
Bauzone GmbH - Baumhaus
Ausführung Holzbau
Appesbacher GmbH
Statik Dipl.-Ing. Peter Winter
BBS Verwendung
430 m³ BBS 125 und BBS XL
Elemente, der Großteil in
Wohnsichtqualität AB

nachhaltig - naturverbunden - energieeffizient

Auf den grünen Freinberggründen, mitten im Ort Mondsee, wurde dieses dreigeschossige Wohnhaus in ökologischer Massivholzbauweise errichtet. Mit diesem Konzept gelingt eine einzigartige Verschmelzung von traditioneller Holzbautechnik, moderner Architektur, energieeffizienter Bauweise und gesundem Wohnkomfort durch die Verbindung von Holz und Lehm. Zusammen mit den hervorragenden Eigenschaften der Holzmasse als Wärme- und Feuchtespeicher garantieren die warmen Holzoberflächen ein ausgeglichenes Wohnklima und ein hohes Maß an Behaglichkeit.







Besonderheiten

Die Wände wie auch Decken dieses Objektes wurden mit binderholz Brettsperrholz Elementen gefertigt. Die Wände sind aus BBS XL und die Decken aus BBS 125 Elementen, beides in Sichtqualität mit geschliffener Oberfläche, hergestellt. Durch die spezielle Produktion der BBS XL Platten, mit einer Dimension von bis zu 3,5 m x 22,0 m, können sie ohne Keilzinkung in der Decklage produziert werden. Durch die geschliffene und weiß lasierte Oberfläche wurde bei diesem Objekt auf den Kundenwunsch eingegangen. Weitere Oberflächenarten bei BBS 125 wie Lärche, Zirbe, Weißtanne oder BBS Antique wären möglich.

Die sichtbaren Holzoberflächen der BBS Elemente sorgen für eine hohe Wohnbehaglichkeit und verbessern das Raumklima. Darüber hinaus erfüllen die Massivholzdecken höchste Brandschutzanforderungen und weisen eine Brandwiderstandsdauer von 90 Minuten auf. Sichtbares Holz zieht sich als Leitmotiv durch die gesamte Architektur des Gebäudes und prägt auch die Fassadengestaltung sowie die Ausführung der Balkone. Aufgrund der guten Wärmedämmung von Massivholz, der kompakten Baukörper und einer Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung liegt der jährliche Heizwärmebedarf des Neubaus bei gerade mal 23 kWh/m². Dies entspricht dem Bedarf von Niedrigenergiehäusern. Um eine schnelle und reibungslose Genehmigung des Bauprojekts durch die zuständigen Behörden zu gewährleisten, planten die Architekten ausschließlich mit Wand-, Decken- und Dachaufbauten aus dem binderholz Massivholzhandbuch, unter www.massivholzhandbuch.com zu finden. Die darin ausführlich beschriebenen Aufbauten sind allesamt brand-, wärme- und schalltechnisch geprüft. Dies erleichtert und beschleunigt Planungen wesentlich.

Außenwand Aufbau im Detail von innen nach außen
· 12,0 cm Brettsperrholz BBS, Sichtoberfläche, weiß lasiert
· 16,0 cm Wärmedämmung
· Fassadenmembran diffusionsoffen
· 6,0 cm Holzlattenrost 2-lagig als Hinterlüftungsebene
· 2,5 cm Fassadenbrett aus Weißtanne

Für die sehr ansprechende Fassadengestaltung wurde sägeraue Weißtanne mit einem Vorvergrauungsanstrich verwendet und mit unterschiedlichen Brettbreiten verdeckt montiert.

Statement des Planers Bmstr. DI Stefan Frauenlob

Der Entwurf zeigt auf den ersten Blick klare geometrische Form mit über die Geschoße repetitiven Grundrissen. Bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass diese Regelmäßigkeit aufgebrochen wird durch kleine Abänderungen in den Wohnungszuschnitten, welche dadurch ein Fassadenspiel mit Vor- und Rücksprüngen erzeugen, fortgesetzt in der Anordnung der Balkone und Terrassen.
Diese kleinen Abweichungen erhalten Unterstützung durch die spannenden Unregelmäßigkeiten in der Holzfassade, welche dieses Material bereits in sich trägt. Konsequenterweise wählten wir die Holzbauweise dann für das gesamte Gebäude und nicht nur für die Fassade. Dies bringt einen Mehrwert für den Bewohner, das Material aus der Umgebung stärkt die regionale Wirtschaft und vermeidet unnötige Transportwege. Das Objekt ist ausgerichtet in einen Park mit altem Baumbestand, womit sich der Kreis schließt.

Holz und Lehm

Zur Verbesserung der Wohngesundheit ist Holz und Lehm die optimale Kombination: Bei niedriger Luftfeuchtigkeit wird Wasser aus dem Bauteil abgegeben und im gegenteiligen Fall gespeichert. Zusätzlich wird die Luftqualität gesteigert und Schimmelbildung vorgebeugt. Aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit des Lehms und der thermischen Phasenverschiebung des Holzes ergibt sich eine ausgeglichene Temperatur im Raum. Weiters wird durch die spezielle Oberflächenstruktur des Lehms die Raumakustik verbessert.

Die Innenwände dieses Wohnobjektes setzen sich zusammen aus Massivholzbau- und Lehmbauelementen (BiosLehm). Die Zusammensetzung aus natürlichen Rohstoffen verleiht dem Lehmputz seine feuchtigkeitsregulierende Wirkung. Diese Eigenschaften wirken sich positiv auf das Raumklima aus.

Vorteile des Lehmbaus

Feuchtigkeit
Die wesentlichste Eigenschaft des Lehms ist die Fähigkeit der Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe. Die Aufnahme ist wichtig bei Kondensatbildung und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Abgabe erfolgt dann bei trockener Luft.
Wärme
Der Lehm verteilt durch seine hohe Leitfähigkeit hervorragend die Wärme. Es ergibt sich ein angenehmeres Raumklima.
Schall
Durch dieses System kann die "Hellhörigkeit" von Häusern deutlich verbessert werden.
Brandschutz
Der Lehm ist unbrennbar und es steht somit ein längerer Zeitraum für wirksame Löscharbeiten zur Verfügung.

Lehmputze wirken feuchtigkeitsregulierend, sie nehmen durch ihre hohe Kapillarität Luftfeuchtigkeit (mehr als 300 %) auf, speichern sie in ihrem Kapillarsystem und geben sie bei zu trockener Luft wieder an die Umgebung ab. In Häusern mit Lehmputz herrscht damit immer gleichbleibend gute Luftfeuchtigkeit. Die Problematiken mit trockener Wohnungsluft im Winter stellen sich damit erst gar nicht ein. Lehmputze sind außerdem dampfdiffusionsoffen - d.h., dass sie in der Lage sind, Luftfeuchtigkeit hindurch zu lassen, sowohl von innen nach außen, als auch in die entgegengesetzte Richtung.

Artikel holzbau austria
Quelle: holzbau austria 07/2016

Fotos: © www.christof-reich.com, Bauzone, binderholz

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