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Grünes Zentrum, Holzkirchen | Deutschland

Konzept

Projekt Amtsgebäude für
Ernährung, Land- und Forstwirtschaft
Ort
Holzkirchen, Deutschland
Errichtung 2015

Auftraggeber Freistaat Bayern
Bauherr
Bayerischer Bauernverband BBV
Architektur

Projektpartner Gerhard Simson und Wilfried Dederer
Ausführung

müllerblaustein GmbH

Der Neubau des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde mit erweiterter Nutzung errichtet. Dieser Gebäudekomplex beinhaltet eine Landwirtschaftsschule mit einer Mensa, ein Internat und einem Verwaltungsgebäude für Beratungsdienste. Es wurde als zertifiziertes Passivhaus in Holzbauweise ausgeführt. Über einen Eingangshof gelangt man zu einem zentralen Foyer, an das alle Bereiche direkt angeschlossen sind. Im Zentralbau befinden sich die Mensa und Sozialräume mit direktem Zugang zum Gartenhof. Das Internat ist vom Hauptkomplex abgesetzt.

 

 

 

 

Das Grüne Zentrum Holzkirchen (GZH) liegt an einem innergemeindlichen Grünzug, der ein Wohngebiet von einem Gewerbegebiet trennt. Auf dem südlichen Grundstück wurde eine Streuobstwiese als Ausgleichsfläche und zur Naherholung angelegt. Die beiden Flügel des Gebäudes bilden einen öffentlichen Eingangshof und einen Gartenhof. Niveauunterschiede werden über einen abgestuften Schulgarten ausgeglichen.

Die Gebäude haben eine Nutzfläche von 5000 m² mit einem Heizwärmebedarf unter 15 kWh/m²a und einem Gesamtprimärenergiebedarf von nur 102 kWh/m²a. Die Baukosten lagen bei 10.000.000,-.

Bauweise

Das Gebäude wurde als modularer, vorgefertigter Holzbau auf einer Stahlbetonbodenplatte auf Glasschaumschotter errichtet. Die Außenhülle besteht aus einer Holzständerbauweise mit Holzeinblasdämmungen und hinterlüfteter Holzfassade. Alle tragenden Bauteile wie Innenwände, sämtliche Decken, Treppenläufe, der Aufzugsschacht und die Brandwände wurden aus binderholz Brettsperrholz BBS Elementen gefertigt. Die Dachkonstruktion wurde mittels Sparrendach und Tonziegel Eindeckung ausgeführt.

Tragkonstruktion des Gebäudes mit den Verkleidungen
Explosionszeichnung der gesamten tragenden Elemente aus binderholz Brettsperrholz BBS

Bauphysik | Baubiologie

Die gesamte Konstruktion ist konsequent wärmebrückenfrei und diffusionsoffen. Alle Räume haben großflächige Sichtholzoberflächen und Trockenbaugipswände. Dies hat einen positiven Einfluss auf das Raumklima und ermöglicht eine natürliche Regulierung der Raumfeuchte. Die dicken, relativ schweren Holzdämmungen regulieren im Sommer den Hitzeeintrag. Zusammen mit der Dreifachverglasung der Fenster wird ein hervorragender Schallschutz erreicht.

Ökologisches Konzept

Es wurden natürliche Materialien wie Holz, Naturstein, Ziegel und Gips mit möglichst geringem Bearbeitungsgrad verwendet. Der Einsatz von petrochemischen Produkten wurde auf das Allernötigste minimiert. Durch die Holzelementbauweise sind die Baumaterialen einfach zu trennen und hochgradig recycelbar. Teilweise wurden Materialien mit Recyclinganteil verwendet. Das Passivhaus nutzt die vorhandenen internen Wärmegewinne (Abstrahlung von Personen und Geräten) und über die hochwertigen Fenster nach Passivhausstandard die externe Sonnenenergie auf einfachste Weise höchst effizient. Wärmespeicherung und Wärmedämmung werden dabei aufeinander abgestimmt und optimiert. Mit hochwertigen Dämmungen und natürlichen Materialien werden gleichmäßige Oberflächentemperaturen erreicht. Eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung minimiert Lüftungswärmeverluste. Beides sorgt für ein konstant angenehmes Raumklima. Durch all diese Maßnahmen wird der Restheizwärmebedarf minimiert und somit ein sehr geringer Verbrauch erneuerbarer Stoffe und Energien erreicht.

Nutzung von Geothermie | Photovoltaik

Der Restheizbedarf wird über Wärmepumpen mit Erdsolesonden und einer Fußbodenheizung zur Verfügung gestellt. Die Anlage kann im Sommer zur äußerst energieeffizienten passiven Kühlung eingesetzt werden. Eine Photovoltaikanlage wurde mit eingeplant, aber im Moment noch nicht installiert.

Licht- und Beleuchtungskonzept

Sämtliche Räume sind natürlich belichtet und haben außenliegende Lamellenraffstores als Sonnenschutz und zur Belichtungssteuerung. Die Leuchten mischen einen direkten und indirekten Lichtanteil. Die Reflexion des Lichtes an den Holzdecken erzeugt eine angenehme, natürliche Lichtstimmung. Die Baustoffe werden überwiegend mit ihrer natürlichen Farbigkeit und Oberfläche gezeigt. Die Aussenfassade wurde aus vorvergrauten Lärchenprofilhölzern hergestellt.

Fotos: © Müller-Naumann, Müllerblaustein

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